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Über mich

Mit knapp zehn Jahren entdeckte ich die "Agfa-Box" des Vaters, die gerade mit einem frischen, kostbaren Film geladen war. Natürlich Schwarz-Weiß, an Farbe dachten damals höchstens professionelle Fotostudios. Der Kasten zog mich geradezu magisch an, ein wichtiger Grund für meinen Vater, die Box immer gut wegzuschließen. An diesem Tag lag die Agfa jedoch unbewacht auf der Kommode. Ruckzuck war der Film verknipst, das folgende Donnerwetter aber nur das Erste einer langen Reihe.
Etliche Filme später kapitulierten die Eltern, das Christkind brachte den ersten eigenen Knipskasten. Die Filme dafür natürlich streng rationiert, Mitte der 50iger Jahre war das ein sehr teures Vergnügen. Zum 14. Geburtstag gab es die Voigtländer Bessamatic, damals ein Wunderwerk der Technik mit eingebautem Nachführ-Belichtungsmesser. Einige Jahre später reizte dann die erste Spiegelreflex, noch war Schwarz-weiß der Standard, der Farbfilm setzte sich erst allmählich durch, tolle Farben brachte sowieso nur der Farbdia-Film.

Der nächste fotografische Schritt war das Heimlabor. Chemie ansetzen, Film entwickeln, Dichte der Negative bestimmen, Nachbelichtung, Abwedeln, Warmton- oder Multigradepapier - als Autodidakt musste ich viel lesen, fragen - die Verkäufer des Stamm-Fotohändlers waren die Leidtragenden. Und natürlich Experimente mit unterschiedlichen Filmarten und Papieren.
Zehn Jahre war ich für für einen großen Hersteller im Bereich der professionellen Videotechnik unterwegs, zu meinen Kunden gehörten auch etliche Fotostudios. Die Chance für mich, mir noch einiges Know-How in Sachen Aufnahmetechnik und Labor anzueignen. Ende der 80iger Jahre hielt die digitale Technik Einzug in den Bereich der mittleren Ebene der Videotechnik. Für die Fernsehstudios waren diese Kameras noch lange nicht gut genug, an digitale Fotografie dachte noch niemand. Zu gering war die Bildqualität.

Doch der Anfang war gemacht, die Technik entwickelte sich rasend schnell weiter und kurz darauf trat auch der Computer seinen Siegeszug an. Die Rechenleistung explodierte förmlich, die Programme für die Bildbearbeitung wurden ständig verbessert und boten bald Möglichkeiten, von denen altgediente Fotografen nur zwei, drei Jahre zuvor nur träumen konnten.
Auch ich begann zu experimentieren, veränderte meine Digitalfotos und erlag natürlich auch den Versprechungen mancher Programme: Mit drei Mausklicks zum Ergebnis.
Ein Ergebnis lag wohl vor, doch vom erwünschten Endprodukt noch weit entfernt. Also wieder Literatur wälzen, Grundkenntnisse vertiefen und üben, üben, üben.....

Die Erkenntnis lag eigentlich nahe: Ein Computer (oder ein Programm) ist doof, es sei denn, man sagt ihm ganz genau, was er (oder es) tun soll.